Ablehnung Medizinstudium

Wenn Du eine Ablehnung von Hochschulstart bekommen hast, bleiben Dir 5 Chancen, um trotzdem Medizin studieren zu können:

Aber erstmal: Kopf hoch, Du bist nicht der Einzige, der keinen Studienplatz bekommen hat. Wichtig ist, jetzt keine Zeit zu verlieren und sich intensiv damit zu beschäftigen, wie Du Deine Chancen auf das Medizinstudium erhöhen kannst.

Das Problem der Wartezeit

Ob das Warten auf einen Medizinstudienplatz nach einer Ablehnung sinnvoll ist, lässt sich mit den Opportunitätskosten beantworten. Noch nie war die Wartezeit auf das Studium höher. Momentan sind es 14 Wartesemester, die Du auf einen Medizinstudienplatz in Deutschland warten musst! Oder: Ungefähr so lange wie ein komplettes Medizinstudium in Regelstudienzeit.

Die Opportunitätskosten beschreiben, wie viel Geld Dir durch die Wartezeit entgeht. Angenommen, Du beginnst eine dreijährige medizinische Ausbildung und arbeitest im Anschluss 4 Jahre bis du die 14 Semester Wartezeit erreicht hast. Du wirst ca. 128.400,- Euro verdienen (36 Monate x 900,- Euro Ausbildungsgehalt + 48 Monate x 2000,- Euro Gehalt als Vollzeitkraft). Als Assistenzarzt steigst Du momentan mit ca. 45.000 Euro Bruttogehalt pro Jahr (Gehaltserhöhungen werden nicht berücksichtigt) ein.

Opportunitätskosten durch Wartezeit bei Ablehnung zum Medizinstudium

Innerhalb von 7 Jahren kommst Du als Assistenzarzt auf ein Bruttoeinkommen von 315.000 Euro. Die Opportunitätskosten liegen somit bei 186.600,- Euro. Dieses Geld geht Dir während der Wartezeit verloren! Aus diesem Grund ist es also schon aus rein finanzieller Sicht sinnvoll, die Wartezeit so kurz wie möglich zu halten und alles dafür zu tun, dass Du möglichst schnell mit Deinem Medizinstudium beginnen kannst.

1. Studienplatzklage

Wenn Du eine Ablehnung von Hochschulstart bekommen hast, dann kannst Du immer dagegen klagen. Eine Studienplatzklage ist zwar teuer aber

  1. Es geht um Dein Medizinstudium!
  2. Deine Verdienstaussichten als Mediziner sind ziemlich gut

Oder: Jedes Jahr, in dem Du wartest, verlierst Du ein Gehalt, das Du als Arzt verdient hättest.
Aber was kostet das Klagen?

Kosten pro Verfahren: 1.000 – 2.000 Euro
Gesamtkosten zwischen 12.000 – 40.000 Euro

Experten empfehlen, 12 bis 20 Universitäten zu verklagen, um eine gute Erfolgschance zu haben. Das sind insgesamt zwischen 12.000 und 40.000 Euro. Das ist viel Geld und der Anwalt wird unabhängig vom Erfolg bezahlt. Ein weiterer großer Nachteil ist, dass die Klage absolut kein Erfolgsgarantie ist.

Nachteile Studienplatzklage

  • hohe Anzahl von Studienplatzklagen in den Studiengängen Medizin und Zahnmedizin (Tiermedizin ist nahezu aussichtslos)
  • zunehmende juristische Versiertheit der Universitäten
  • formelle Hürden durch Verwaltungsgerichte
  • hohe Anwaltskosten

Nur noch wenige Erstsemesterklagen sind überhaupt noch erfolgreich. Realistisch sind es weniger als 30% aller Studienplatzklagen im Bereich Medizin. Außerdem musst Du Wartezeit einplanen, da der Weg über das Gericht Zeit kostet. Dennoch ist es immer noch möglich, auf dem Rechtsweg einen Studienplatz für das heiß umkämpfte Medizinstudium zu erhalten.Wenn Du Dich also dafür entscheiden solltest, nutze die Wartezeit z.B. mit einer Ausbildung sinnvoll!

2. Ausbildung

Wenn Du einen Ablehnungsbescheid von Hochschulstart erhalten hast, überbrücke Deine Wartezeit bis zur nächsten Bewerbung mit einer Ausbildung. Jeder Medizinstudent muss außerdem bis zum 1. Staatsexamen (Physikum) bereits 3 Monate Krankenpflegepraktikum absolvieren.

Mögliche Praktika

  • Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ)
  • Bundesfreiwilligendienst (BFD)
  • Krankenpflegepraktikum (muss sowieso im Medizinstudium absolviert werden)
  • Rettungssanitäterausbildung
  • Vorsemester Medizin

Vorteile Praktikum

  • Finde heraus, ob ein Medizinstudium das Richtige für Dich ist (auch wenn Du Dir schon zu 100% sicher bist)
  • Mehr Zeit während der vorlesungsfreien Zeit
  • Bonus auf den Abiturdurchschnitt (bei vielen Universitäten)

Einige private Unis verlangen übrigens auch längere Praktika, die in der Regel vor dem Beginn des Studiums absolviert werden müssen. Einen Bonus erhältst Du z.B. für eine Ausbildung zum Rettungssanitäter, Rettungsassistent/Notfallsanitäter oder Gesundheits- und Krankenpfleger.

Ausbildung zum Rettungssanitäter gibt Dir einen Bonus beim Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH)

Auswahlverfahren der Hochschulen

Führt die Universität im Rahmen des Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH) Auswahlgespräche durch, dann fällt Deine medizinische Vorbildung positiv ins Gewicht. Die Prüfungsausschüsse wollen ein möglichst umfassendes Bild ihrer Bewerber bekommen und die Motivationen und Stärken ermitteln. Hier kannst Du mit medizinischer Erfahrung punkten. Was einem Medizinstudium am nächsten kommt und auch von Universitäten anerkannt wird, ist das Vorsemester Medizin.

3. Losverfahren / Nachrückverfahren

Gelost wird auch nach Abschluss des Hauptauswahlverfahrens an deutschen Universitäten. Sollte also nach Abschluss des Nachrückverfahrens ein Studienplatz frei werden, kannst Du diesen über das Losverfahren erhalten. Die Note ist dann vollkommen irrelevant.

Wer teilnehmen will, muss sich direkt bei den Hochschulen für Medizin, Tiermedizin, Zahnmedizin und Pharmazie einschreiben. Dabei müssen unbedingt die Fristen eingehalten werden, sonst verfällt die Chance auf den begehrten Studienplatz.

Wichtig: Wer tatsächlich auf diese Weise einen Studienplatz bekommt, beginnt erst Wochen nach offiziellem Studienbeginn. Die ersten Klausuren stehen quasi schon an, bevor Du Dein Studium überhaupt begonnen hast. Insbesondere durch die intensive Vorbereitung beim Vorsemester Medizin kannst Du dieser Situation vorbeugen und kommst so nicht in eine unangenehme Lage.

4. Studieren im Ausland

Das Medizinstudium im Ausland stellt für viele eine sehr interessante Lösung dar:

Ohne Wartezeit und unabhängig von der Abiturdurchschnittsnote kann man in einigen europäischen Ländern studieren. Für viele ist es eine der wenigen Möglichkeiten, sich die lange Wartezeit in Deutschland zu ersparen.

Vorteile Auslandsstudium

  • Studium wird in Deutschland voll anerkannt
  • Du kannst trotz Ablehnungsbescheid studieren
  • Keine lange Wartezeit
  • Studium unabhängig von Deiner Abiturnote

Aufgrund der extrem hohen Nachfrage nach Studienplätzen in Deutschland gehen immer mehr Schüler und Studenten ins Ausland. Dort können sie ihren Traum verwirklichen und Medizin studieren.

Nachteile Auslandsstudium

  • Deutlich höhere Kosten als in Deutschland
  • Studium in Englisch
  • Fremdes Land

Für Viele klingt die Idee vom Studieren im Ausland abschreckend. Die Vorteile überwiegen aber in der Regel die Nachteile. Wer erst einmal den Schritt wagt, wird meistens auch nicht enttäuscht und lernt unglaublich viele neue Dinge kennen. Da außerdem die Wartezeit drastisch reduziert werden kann, kann auch ein auf den ersten Blick teuer erscheinendes Studium im Ausland wirtschaftlich gesehen deutlich günstiger sein als eine lange Wartezeit.

Polen ist momentan der Geheimtipp für angehende Medizinstudenten. Die medizinischen Universitäten sind auf einem sehr hohen Niveau und bieten spezielle Studiengänge für Medizinstudenten aus dem Ausland an. Voraussetzung ist natürlich, dass Du Englisch sprichst. Es gibt verschiedene Organisationen, die Dir bei dieser schwierigen Entscheidung helfen können. Wenn Polen für Dich als Studienort in Frage kommt, ist das German Students Office Experte auf dem Gebiet für alle organisatorischen Belange.

Auslandsstudium als Alternative bei einem Ablehnungsbescheid von Hochschulstart

Es ist möglich, dass Du schon im kommenden Wintersemester studierst. Wichtig ist aber, dass Du in naturwissenschaftlichen Fächern fit bist, denn die Aufnahmetests können sehr fordernd sein. Auch wenn Du Physik, Chemie oder Biologie im Abitur hattest, ist das Vorsemester Medizin wohl die beste Vorbereitung auf Dein Studium.

5. Vorsemester Medizin

Wenn Du Deine Chancen auf einen Studienplatz erhöhen willst, gibt es eine Lösung: das Vorsemester Medizin. Wie an der Universität lernst Du hier in knapp 4 Monaten alle wichtigen Grundlagen in den naturwissenschaftlichen und medizinischen Fächern:

  • Anatomie, Histologie, Physiologie
  • Embryologie
  • Physik
  • Biochemie
  • Notfallmedizin
  • Medizinische Ethik
  • Medizinische Terminologie
  • Medical English

In 480 Unterrichtsstunden erlernst Du also die Grundlagen, die Dir in den ersten Semestern des Medizinstudiums enorm helfen. Du nutzt Deine außerdem Deine Wartezeit effektiv und wirst im Medizinstudium Deinen Kommilitonen immer einen Schritt voraus sein.

Vorteile Vorsemester Medizin

  • Verkürzt Deine Wartezeit deutlich
  • Ist von zahlreichen Universitäten anerkannt
  • Vorteile im Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH)
  • Erlerntes Wissen erleichtert Einstieg ins Studium
  • Labor- und Anatomiepraktika an echten Präparaten

Das Konzept ist so aufgebaut, dass Du das (theoretische) gelernte Wissen direkt praktisch anwenden kannst. Du hast richtige Labor- und Anatomiepraktika und stehst mit Skalpell am Seziertisch. Das Laborpraktikum in Biochemie und Molekularbiologie sowie das Arbeiten mit dem Mikroskop vertieft das Wissen weiter.

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Das Vorsemester Medizin der Prometheus Akademie wird von Universitäten anerkannt und kann Dir besonders beim Auswahlverfahren der Hochschulen sehr helfen. Das Kurskonzept sieht kleine Gruppen vor, entsprechend sind die Plätze begrenzt.